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Spinnmilben, Thripse, Schmierläuse: Schädlinge im Winter erkennen

Im Winter fallen Schädlinge an Zimmerpflanzen oft erst auf, wenn die Blätter schon fleckig oder matt sind. Spinnmilben, Thripse und Schmierläuse sind klein, aber sie hinterlassen typische Spuren. …
Lupe über einem Blatt mit feinem Gespinst und hellen Sprenkeln, typische Spuren von Spinnmilben

Im Winter fallen Schädlinge an Zimmerpflanzen oft erst auf, wenn die Blätter schon fleckig oder matt sind. Spinnmilben, Thripse und Schmierläuse sind klein, aber sie hinterlassen typische Spuren. Hier erfährst du, woran du sie unterscheidest, was du als Erstes tust und wo du nachsiehst, bevor du ein Mittel einsetzt.

Warum der Winter eine Rolle spielt

Warme, trockene Bedingungen begünstigen Spinnmilben. Die britische Royal Horticultural Society (RHS) nennt März bis Oktober als Hauptsaison und beschreibt, dass es in beheizten Gewächshäusern auch zu anderen Zeiten Schäden geben kann. Für beheizte Wohnräume mit trockener Heizungsluft liegt die Übertragung nahe. Dazu kommt: Schädlinge gelangen oft mit neuen Pflanzen ins Haus. Wer im Herbst Pflanzen kauft oder von draußen hereinholt, sollte sie also besonders genau ansehen.

Spinnmilben: helle Sprenkel und feine Gespinste

Spinnmilben saugen an den Blättern. Typisch ist eine feine, helle Sprenkelung auf der Blattoberseite. Bei starkem Befall siehst du feine Gespinste, die Blätter verlieren Farbe, vertrocknen und fallen ab.

Die Tiere selbst sitzen auf der Blattunterseite. Sie sind winzig, meist gelbgrün, im Herbst teils rötlich-orange. Daneben findest du oft weiße Häutungsreste und Eier. Eine Lupe mit 10-facher Vergrößerung hilft sehr.

Abbrausen und eine höhere Luftfeuchte senken laut RHS das Risiko, kontrollieren einen Befall allein aber nicht. Stark befallene Pflanzen empfiehlt die RHS zu entfernen.

Thripse: silbrig-matte Blätter und dunkle Pünktchen

Thripse sind schlanke Insekten, Gewächshausthripse laut RHS nur etwa 1 bis 2 mm lang. Ihr Fraß lässt Blätter zunehmend matt oder silbrig aussehen. Ein gutes Erkennungszeichen ist ihr Kot: kleine, dunkle, lackartig glänzende Punkte auf dem Blatt. Die Larven der Gewächshausthripse sind gelbbraun.

Fliegende Thripse kannst du mit blauen oder gelben Leimtafeln erkennen und überwachen. Laut Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen hängt man Blautafeln 10 bis 15 cm über die Pflanzen. Die Tafeln zeigen, ob und wie viele Tiere fliegen. Larven fangen sie nicht, deshalb kontrollierst du zusätzlich Blätter, Blüten und Triebspitzen.

Schmierläuse: weiße Watte in den Blattachseln

Schmierläuse sind kleine, weiche Insekten mit einer weißen Wachsschicht. Ihre Eier liegen in weißen, wattigen Nestern. Du findest sie meist an Blattunterseiten und in den Blattachseln, also dort, wo das Blatt am Stängel ansetzt. Sie scheiden Honigtau aus, einen klebrigen Zuckersaft. Darauf wächst Rußtau, ein schwarzer Pilzbelag, und er lockt Ameisen an.

Eine Art lebt an den Wurzeln. Gelbe oder welkende Blätter ohne andere Erklärung können darauf hindeuten. Dann lohnt ein Blick in den Wurzelballen.

Erkennungstabelle: Merkmal, Verdacht, erster Schritt

Merkmal Möglicher Schädling Erster Schritt
Feine helle Sprenkel oben, Tierchen unten, evtl. Gespinst Spinnmilben Pflanze isolieren, Blattunterseite mit Lupe prüfen, Blätter abbrausen
Blätter matt oder silbrig, dunkle glänzende Pünktchen Thripse Pflanze isolieren, Blätter abspülen, Blau- oder Gelbtafel zur Kontrolle aufhängen
Weiße, wattige Nester in Blattachseln und an Blattunterseiten Schmierläuse Pflanze isolieren, ganze Pflanze und Nachbarn absuchen
Klebrige Blätter, schwarzer Belag, Ameisen Schmierläuse (Honigtau, Rußtau) Pflanze isolieren, nach wattigen Nestern suchen
Gelbe oder welkende Blätter ohne andere Erklärung evtl. Wurzelläuse Wurzelballen vorsichtig prüfen, Pflanze getrennt stellen

Die Tabelle hilft beim ersten Verdacht. Manche Merkmale können auch andere Ursachen haben, etwa Lichtmangel oder Nährstoffprobleme.

Was du als Erstes tust

Der erste Schritt ist bei allen drei Schädlingen gleich: die befallene Pflanze von den anderen trennen. Das nennt die Clemson University als ersten Schritt bei jedem Verdacht. Bei Thripsen rät Clemson zusätzlich, die Blätter mit Wasser abzuspülen, bei Spinnmilben nennt die RHS das Abbrausen. Kontrolliere danach auch die Pflanzen, die daneben standen, und sieh in den folgenden Wochen regelmäßig nach. Wattige Nester und einzelne Milben übersieht man leicht.

Bei leichtem Befall mit Schmierläusen nennen die US-Universitäten Clemson und Kalifornien (UC IPM) das Abtupfen der Tiere mit einem in Alkohol getauchten Wattestäbchen. Teste das vorher an einer kleinen Stelle, weil Blattschäden möglich sind. Bei starkem Befall raten die Quellen eher dazu, die Pflanze zu entsorgen.

Neue Pflanzen solltest du vor dem Einreihen gründlich prüfen und eine Zeit lang getrennt aufstellen. Die Clemson University nennt dafür sechs Wochen, die RHS nennt keine Dauer.

Nützlinge: was sie brauchen

Gegen Spinnmilben sind Raubmilben der Art Phytoseiulus persimilis laut RHS die am häufigsten eingesetzte biologische Bekämpfung. Sie brauchen allerdings passende Bedingungen. Laut UC IPM kommt ihre Entwicklung bei 25 bis 30 % relativer Luftfeuchte fast zum Stillstand, und unter 70 % häuten sich die Jungtiere schlechter. Ohne Spinnmilben als Futter wandern sie ab oder verhungern. Bei Thripsen frisst die Raubmilbe Neoseiulus cucumeris nur junge Larven. Sie wird laut University of Connecticut vorbeugend eingesetzt und fühlt sich bei etwa 24 bis 29 °C und über 65 % Luftfeuchte wohl.

Für eine trockene Wohnung im Winter heißt das: Nützlinge sind kein Selbstläufer. Wer sie einsetzen will, sollte vorher prüfen, ob sich die Bedingungen am Standort herstellen lassen. Gelbtafeln fangen übrigens auch Nützlinge mit, das solltest du dann bei der Platzierung bedenken.

Fliegen kleine dunkle Mücken über der Erde, sind es meist keine der drei hier beschriebenen Schädlinge. Dazu passt unser Beitrag Trauermücken bekämpfen.

Wenn du über ein Mittel nachdenkst

Wir nennen hier bewusst keine Pflanzenschutzmittel. Wichtig zu wissen: Nach § 12 Absatz 1 Pflanzenschutzgesetz dürfen Pflanzenschutzmittel „nur angewandt werden, wenn sie zugelassen sind“, und unter anderem nur „in den in der Zulassung festgesetzten, jeweils gültigen Anwendungsgebieten“. § 12 Absatz 3 sagt: „Im Haus- und Kleingartenbereich dürfen nur Pflanzenschutzmittel angewandt werden, die“ unter anderem „für die Anwendung durch nichtberufliche Anwender zugelassen sind“. Solche Mittel tragen laut BVL den Hinweis „Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig“. Welche Mittel für welche Pflanze und welchen Schädling zugelassen sind, kannst du in der Online-Datenbank des BVL nachsehen. Das ist keine Rechtsberatung. Im Zweifel helfen die Pflanzenschutzdienste der Länder weiter.

Kurz zusammengefasst

  • Spinnmilben: helle Sprenkel oben, winzige Tiere und Gespinst unten. Warme, trockene Luft begünstigt sie.
  • Thripse: matte oder silbrige Blätter und dunkle, glänzende Kotpunkte. Blau- und Gelbtafeln helfen beim Überwachen.
  • Schmierläuse: weiße, wattige Nester in Blattachseln, klebriger Honigtau, manchmal an den Wurzeln.
  • Erster Schritt immer: Pflanze isolieren, Nachbarpflanzen kontrollieren und regelmäßig nachsehen. Bei Spinnmilben und Thripsen die Blätter abspülen.
  • Mittel nur, wenn sie für dich und deine Anwendung zugelassen sind. Das prüfst du in der BVL-Datenbank.

Wenn du dir beim Befund unsicher bist oder deinen Standort gemeinsam durchgehen willst, kannst du über unsere Beratung einen Termin anfragen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Glasshouse red spider mite · Royal Horticultural Society (RHS) · Datum nicht angegeben · Abruf 01.11.2026
  2. Indoor plants: sap feeders · Royal Horticultural Society (RHS) · Datum nicht angegeben · Abruf 01.11.2026
  3. Glasshouse thrips · Royal Horticultural Society (RHS) · Datum nicht angegeben · Abruf 01.11.2026
  4. Thrips (Quick Tips) · University of California IPM · 30.04.2024 · Abruf 01.11.2026
  5. Mealybugs · University of California IPM · aktualisiert 03/2016 · Abruf 01.11.2026
  6. Common houseplant insects & related pests · Clemson University HGIC · aktualisiert 10.09.2021 · Abruf 01.11.2026
  7. Mealybugs · University of Wisconsin–Madison Extension · Datum nicht angegeben · Abruf 01.11.2026
  8. Natural Enemies Gallery: Phytoseiulus Predatory Mites · University of California IPM · Datum nicht angegeben · Abruf 01.11.2026
  9. Biological Control of Western Flower Thrips (L. Pundt), PDF · University of Connecticut Extension · rev. 08/2024 · Abruf 01.11.2026
  10. Thripsbekämpfung im Gemüsebau · Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen · 30.04.2026 · Abruf 01.11.2026
  11. Vortrag Thripsbekämpfung im Gewächshaus, PDF · Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen (LfULG) · 07.01.2021 · Abruf 01.11.2026
  12. Trauermücke (Bradysia impatiens) · Ökolandbau.de (BLE) · 09.01.2025 · Abruf 01.11.2026
  13. § 12 Pflanzenschutzgesetz · gesetze-im-internet.de · Fassungsdatum auf der Seite nicht angegeben · Abruf 01.11.2026
  14. Neue Regelungen für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln für nicht-berufliche Anwender · Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) · 21.02.2013 · Abruf 01.11.2026
  15. Pflanzenschutzmittel für Haus und Kleingarten · BVL · Datum nicht angegeben · Abruf 01.11.2026
  16. Online-Datenbank für zugelassene Pflanzenschutzmittel · BVL · Datum nicht angegeben (Datenbank laut Seite meist monatlich aktualisiert) · Abruf 01.11.2026

Redaktionell recherchiert und Quelle für Quelle geprüft: 1. November 2026.

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